REVIEW: Ray Wilko - Pinball
Ray Wilko
Pinball
[2004, Sound Service Records]
"I just can't cope with all my hope being gone", singt Ray im ersten Song dieser Platte mit seiner wunderbar tiefen Stimme. Wenn Verzweiflung den Nährboden für derart schöne musikalische Blüten wie "I just can't cope" bildet, dann wünsche ich Ray fürs nächste Jahr nichts Gutes.
Der Mann, dessen Leid unsere Freude sein kann, nennt sich mit vollem Namen Ray Wilko, kommt aus Bern und spielt guten, erdigen Poprock. Einfach, eingängig und geradeaus. Jawohl, das gibts auch in der Schweiz.
Ray ist kein Neuling in der helvetischen Musikszene, im Gegenteil. Mit "Pinball" legt der Sänger/Gitarrist und Songwriter denn auch bereits sein viertes reguläres Album vor. Und dieses kann entgegen dem schweizerischen Hang zum Understatement ruhig als ein kleines Meisterwerk helvetischen Musikschaffens bezeichnet werden.
Egal ob eher melancholisch ("I just can't Cope"), eher rockig ("Fond Of Me"), verspielt poppig ("Time Ride") oder schwelgerisch verträumt ("Can't Love without being Loved"), Ray und seine Band spielen sich stilsicher durch ein Set aus schlicht tollen Songs. Poprock zum mitsingen, zum schwelgen, zum abrocken. Die Platte bietet alles. Bemerkenswert ist für mich vor allem auch die Lockerheit, die dabei stets mitschwingt. "Pinball" hört sich an wie gerade eben nonchalant aus dem Ärmel geschüttelt. Das ist ein Kompliment!
Einzuordnen unter: Guter, erdiger Poprock. Einfach, eingängig und geradeaus.
Webseite: http://www.raywilko.ch/


