LIVE REVIEW: Moneybrother
Moneybrother
[22. Oktober 2004, Albani Winterthur]
Wenn nur alles was ich mache, gleich doppelt rauskäme! Wär nicht schlecht. Nun, ich war nicht nur Helge kucken sondern auch Moneybrother. Unten meine Gedanken hierzu.
Kurzes Intro für all diejenigen, die Moneybrother nicht kennen:
Moneybrother kommt aus Schweden und heisst bürgerlich Anders Wendin. Bis vor vier Jahren war Anders vor allem bekannt als Sänger der mittlerweile legendäre Ska/Pop Band Monster Als sich Monster auf ihrem Höhepunkt im Jahr 2000 auflösten, taufte sich Anders Moneybrother und begann an seiner eigenen musikalischen Vision zu arbeiten. Mit dem 2002 erschienen Debut Blood Panic hat Moneybrother dann die Früchte seiner Arbeit vorgelegt. "Blood Panic" war ein absoluter Knaller. Keine andere Platte der letzten Jahre verbindet Pop, Soul und Rock so sexy wie dies Moneybrother gelingt.
Nun, nachdem Moneybrother mit seiner 5 köpfigen Begleitband das diesjährige Openair Gampel mit einer Stippvisite beglückte und dabei bereits auf der grossen Bühne brillierte, absolvierte der Zasterbruder letzten Freitag seinen ersten Auftritt auf einer Schweizer Clubbühne.
Wer das Albani kennt, weiss dass dieser Club nicht durch Grösse sondern durch Intimität besticht. Dies hat Vorteile wie Nachteile. Für Moneybrother und seine Band war es sichtbar nicht einfach auf der extrem kleinen Bühne genügend Platz für sich selbst, geschweige denn das gesamte Equipment zu finden. So spielte etwa der Pianist der Band während des gesamten Konzertes hinter der Bühne! Doch anstatt sich dadurch aus dem Konzept werfen zu lassen, hat die Band das Beste daraus gemacht und die Nähe zum Publikum perfekt ausgenutzt. Die emotionsgeladenen Songs von "Blood Panic" wurden auf der Bühne mit noch mehr Gefühl, Emotionen und Tiefgang umgesetzt. Perfektes Spiel und absolute entzückende Gesangsharmonien, es passte einfach alles. Schon nur Moneybrother’s Stimme war gewaltig, der Mann hat Soul! Keine Frage. Während des gesamten Sets hat sich Moneybrother zudem als begnadeter Entertainer und vor allem Geschichtenerzähler bewiesen. Klingt alles ein bisschen schwärmerisch, ich weiss. Bin halt einfach ein Fan (hab dieses Wort lange nicht mehr benutzt, aber ich denk es ist im Bezug auf Moneybrother durchaus angebracht).
Um eine gewisse Objektivität zu wahren, zum Schluss noch zwei negative Dinge von diesem Abend:
1. Die Vorband war völlig deplaziert. Scheiss Kunstschule-Studentenrock, der sich kategorisch und hölzern gegen jegliche Harmonie sträubte. Brrrr, schauderlich.
2. Im Publikum befanden sich einige absolute Vollidioten. Wer mit der Musik einer live spielenden Band nichts anfangen kann, sollte zumindest die Grösse haben zu gehen oder sich anderweitig zu amüsieren.
Ah ja, ich habe leider meinen Fotoapparat zuhause vergessen. Tolle Livefotos von anderen Moneybrother Gigs findet ihr bei ROCKFOTO.NU.


