Rocket Science
Eternal Holiday
[2004,
Modular Records]

Rocket Science bedeutet Raketen-Wissenschaft und Wissenschaft ist die rationale, systematische Auseinander-setzung mit einem Forschungsobjekt. Was die Australische Band betreibt ist für mich jedoch in keiner Weise rational sondern schlicht und einfach göttlich. Den vier Herren aus Melbourne ist bereits mit ihrem 2002 erschienenen Album "Contact High" ein ganz grosser Wurf gelungen. Irgendwo zwischen Garage Rock, Pop und New Wave hat sich die Band um den charismatischen Sänger Roman Tucker ihr ganz eigenes unverkennbares Soundnest gebaut. Obwohl sich ihr musikalischer Stil nicht klar einordnen lässt, in einem sind sich alle Rocket Science Songs gleich: Sie klingen stets verdammt sexy und groovy sowie zugleich beklemmend tiefgängig. Die musikalische Einzigartigkeit der Band basiert zu einem grossen Teil auf der besonderen Instrumentalisierung. Im Gegenteil zu den meisten anderen Rock Bands ist bei Rocket Science nicht die Gitarre tragend, sondern die wunderbar verkorkst gurgelnde Orgel sowie die messerscharfe Rhythmus Sektion. Was die Jungs aus Melbourne damit kreieren ist pure Magie.
"Eternal Holiday" ist noch um einiges besser als "Contact High". Dies aus dem einfachen Grund, weil alles, was den Vorgänger auszeichnete, auf dieser Platte noch ausgeprägter und intensiver auf Tape gebannt wurde. Kurzum "Eternal Holiday" ist eine jener Platten, die ihr wie ein Schatz hüten werdet. Vom beklemmenden Titelsong und zugleich Opener über das überbordend energetische "Pop Lover" zum lasziv schleppenden "Strange Outside", dieses Werk ist schlichtweg umwerfend.
Song um Song:
1) Eternal Holiday:
Beklemmend wie ein Alptraum, gleichzeitig wunderschön. Massiver Fuzz Bass und herrlich versponnene Gitarren Melodien.
2) Modern Life:
Punk Rock in Kunstform. Eine simple Strophe, wie sie beispielsweise von den Sex Pistols stammen könnte trifft auf einen Chorus, der durch Orgel Sounds in ungeahnte Höhen emporsteigt. "We go higher!"
3) Sex Call:
Dieser Song ist wie guter Sex. Scharf, anzüglich und auf den Punkt gespielt. Massiver Fuzz Bass, das genialste, gleichzeitig banalste Riff der Platte sowie wunderbar rhythmischer Gesang. "I dream of your sex call".
4) Pop Lover:
Was für ein Song! Ein hyperenergisches Rama-Lama-Fa-Fa-Fa-Gitarrenriff, eine Strophe mit ultracoolem monotonem Gesang und ein Refrain der sich wiederum in ungeahnte Höhen emporschraubt. "!Pop Lover! - Masturbation, Crucifiction, Deformation- !Lover!- Blood Sucking, Meat Eating, Cannibalism !Pop Lover!
5) Connect Me:
Ein schräger Orgelsoundteppich und viel Feedback. "C-C-C Connect Me!"
6) Too Tough To Care:
Massive Fuzz Gitarren, Fuzz Bass sowie wunderbar psychedelische background Chöre verleihen diesem Song einen ganz eigenen Touch.
7) See The Sun:
Wunderschöner Popkracher mit herrlich kitschigem Refrain: "In time we'll fly, see the sun, it's burning"
8) We The People:
Schräger Gitarrensound zu einer Gute-Laune-Melodie verleihen diesem Song ein klassiches Rocket Science Gefühl von Unbehagen.
9) Dressed To Kill:
Hammer Orgel Riff! Hammer Melodien! Wahnsinns Vocals und ein genialer B-Teil, Wow! Meiner Meinung nach der beste Song der gesamten Platte. "I see too much, I won't look behind, I know they're there"
10) Strange Outside:
Lasziv groovender midtempo Schieber mit einer perfekten Basslinie, schöner Reverb Gitarre und genialen Vocals. "I need to, need to, need to keep it tall, fireball"
11) Blow Up:
Ein simpler Garagenkracher, wie ihn hunderte von Garagenbands vergebens zu schreiben versuchen. Perfekt. "Ah-Uh-Ah-Uh-Ah-UhUh, Blow up, implode, destroy everything until it's forgotten!"
Einzuordnen unter: Einzigartiger verdammt sexy groovender Garage Rock, mit Pop Appeal, New Wave Anleihen und einer beklemmenden Tiefe.
> hier kannst du das gesamte Album streamen!
Webseite:
http://www.rocketsciencerock.com/